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Unser Lieferant des Monats: Der Levenhof bei Müncheberg

Aktualisiert: 5. Juni

Vergangenen Montag war es so weit: Ich saß in der Regionalbahn 26 in Richtung Müncheberg, um Maria Natt vom Levenhof zu besuchen. 


Seit fast zwei Jahren mache ich meine Ausbildung bei der Märkischen Kiste und bin derzeit Teil des Marketing-Teams. Kürzlich erhielt ich die Gelegenheit, zum ersten Mal allein einen unserer Höfe zu besuchen. Auf dem Weg zu Maria überlegte ich, wie es wohl sein wird, wer Maria ist und wie das Leben auf dem Land in Brandenburg aussieht. Vor allem freute ich mich darauf, Maria kennenzulernen und für einen Tag dem Büroalltag entfliehen zu können, um ein bisschen Landluft zu schnuppern. 


Blick von einer Zugstation über die Gleise auf eine kleine Wiese und ein altes Bahnhofsgebäude

Der Besuch hatte neben der Neugründung des Hofes noch einen weiteren wichtigen Grund: Die Märkische Kiste und Maria verbindet eine lange gemeinsame Geschichte. In der Vergangenheit nahmen wir nicht nur Gemüse von Marias altem Hof ab, sondern Maria war auch einmal Teil des Teams der Märkischen Kiste. Daher ist die Freude besonders groß, dass wir sie nun bei ihrem bedeutenden Schritt in die Selbstständigkeit mit einem eigenen Hof unterstützen können.  


Nach meiner Ankunft am Bahnhof Müncheberg holte Maria mich in ihrem Auto ab. Dank Marias sympathischer und offenen Art kamen wir direkt ins Gespräch. Ihre enorme Leidenschaft und das Engagement, das sie in ihr Projekt steckt, waren direkt spürbar. Ihr Ziel ist es, trotz des herausfordernden, sandigen Bodens dieser Region, nachhaltige Landwirtschaft zu betreiben.  


Eine alte rustikale Scheune aus Stein und Holztoren, davor stehend ein großes Rad eines Traktors.

Nach der 5-minütigen Autofahrt übers Land kamen wir schließlich bei Marias Hof – dem Levenhof – an. Meine Tour über den Hof begann vor der Scheune, dort ist die lange landwirtschaftliche Geschichte des Hofes sofort erkennbar. Die Scheune, die in den 60er Jahren ursprünglich als Hühner- und später als Kuhstall genutzt wurde, zeugt davon. Maria führte mich auf einer kleinen Tour durch die Scheune und zeigte mir die alten Fressgitter der Kühe. In der neu renovierten Küche sind noch immer die alten Wände und Fliesen der Käserei zu sehen. 

Nach der Wende war diese Scheune das erste Gebäude, welches der Hof Apfeltraum kaufte, um hier mit der Milch- und Käseproduktion zu beginnen. Bis Februar 2024 waren in der Scheune noch Schafe untergebracht. 


Jetzt renoviert Maria die Scheune, um sie zur Lagerung und Verarbeitung von Gemüse nutzen zu können. Mit Unterstützung des Hausmeisters, der für einige Tage aushilft, werden die Wände neu gestrichen und ein neuer Boden verlegt, um eine saubere Umgebung für die Gemüseverarbeitung zu schaffen. 


Ein großer, leerer Stall aus Beton. An hinteren Ende ein Mann mit einem Overall, der Reparaturen vornimmt.

 

Es ist toll zu sehen, wie stark Marias Netzwerk ist. Sie erzählte mir, dass ihr Freundes- und Bekanntenkreis aus Leuten mit landwirtschaftlichem Hintergrund besteht, die sich gegenseitig unterstützen und Freude an der Zusammenarbeit haben. Diese Zusammenarbeit verbindet die Menschen und Höfe, wovon jeder und jede profitieren kann. Ein Freund aus der Gegend um Müncheberg, der selbst Landwirt ist, hat Maria das Land zur Verfügung gestellt. Diese Gemeinschaft und der soziale Aspekt in der Landwirtschaft bestärkt Maria immer wieder und motiviert sie.  


Der Weg zum eigenen Hof


Weiter ging es zu dem 2 Kilometer entfernten Feld, wo Maria ihr Gemüse anbaut. Bevor wir über ihren jetzigen Hof und ihre Zukunftspläne reden, führen unsere Gespräche erstmal in die Vergangenheit.  

Marias Leidenschaft für Gemüseanbau festigte sich nach einem freiwilligen sozialen Jahr in der Landwirtschaft. Sie entschied sich, ihr angefangenes Studium abzubrechen und stattdessen eine Ausbildung im Gemüsebau zu machen – eine Entscheidung, die sich als goldrichtig erwies. Nach ihrer Ausbildung arbeitete Maria drei Jahre bei einem landwirtschaftlichen Betrieb in Kanada, der Obst und Gemüse an Abokisten lieferte. Diese Zeit war eine wichtige Inspirationsquelle für sie.  


Während wir auf dem Gemüsefeld standen und sie die Bodenfeuchtigkeit prüfte, erzählte mir Maria, wie sie die Innovationskraft und den „Unternehmerspirit“ in Nordamerika erlebt und mitgenommen hat. Besonders beeindruckend fand sie, wie vielfältig die Landwirtschaft dort sein kann und wie erfolgreich das Modell der Abokisten funktioniert. Diese Einblicke haben nicht nur ihre praktischen Fähigkeiten, sondern auch ihre Sicht auf Landwirtschaft und Vermarktung verändert. 


eine junge Frau mit kurzen braunen Haaren in Karohemd und kurzer grauer Arbeitshose sitzt mit einer Hacke in einem Feld

Nach lehrreichen Jahren und dem Ausblick, dass sie ihren ehemaligen Ausbildungsbetrieb übernehmen und pachten kann, ging es wieder zurück nach Deutschland. Nach einem kurzen Abstecher bei der Märkischen Kiste, bei dem sie uns tatkräftig in der Logistikhalle geholfen und die Kisten gepackt hat, begann die Übernahme ihres Ausbildungsbetriebes – schon damals konnte die Märkische Kiste von Maria Gemüse abnehmen. Obwohl sie nur kurz in unserem Team war, erinnert sie sich positiv zurück an die Zeit und fragt auch interessiert nach altbekannten Gesichtern der Märkische Kiste.


Neuer Anfang mit dem Levenhof


Nun ist sie bereit, mit ihrem eigenen Hof durchzustarten.  Auf der 2,5 Hektar großen Fläche, auf der bereits seit 1992 ökologische Landwirtschaft betrieben wird, baut Maria hauptsächlich Bohnen an. Sie ergänzt das Angebot durch Kräuter wie Petersilie und Koriander, Zuckerschoten und Zwiebeln. Sie erklärt mir, dass Buschbohnen ihre Anbaunische sind. Trotz der arbeitsintensiven Ernte kommen diese gut mit den schwierigen Bodenverhältnissen klar. Die Bohnen müssen alle einzeln gepflückt werden, was viel Sorgfalt und Präzision erfordert, da nur die reifen Bohnen geerntet werden sollen, ohne die Pflanzen zu beschädigen. Daher sind auch in der Region Buschbohnen nicht oft anzutreffen. 


Ein sandiger Weg, der durch eine grüne Wiese geht, links und rechts sind kleine alte Gebäude. Der Himmel ist blau mit ein paar Wolken.

 

Ihre Zukunftspläne verrät mir Maria ebenfalls: Noch in diesem Jahr wird sie direkt bei der Scheune eine neue Fläche von 3,5 Hektar für den Anbau von grünem Spargel nutzen. Ab Juni erhält sie Unterstützung von einer neuen Mitarbeiterin, die als Gärtnerin tätig sein wird. Es wird also noch viel passieren auf dem Levenhof, und ich freue mich schon jetzt darauf, die Entwicklung weiter zu verfolgen. 

  

Maria sagt von sich selbst: "Ich bin seit 15 Jahren in der Ausbildung." Man lernt halt nie aus - sei es das Gärtnern, das Warten der Maschinen oder je nach Wetterlage die richtigen Entscheidungen zu treffen, sie ist stets bereit, Neues zu lernen und sich weiterzuentwickeln. Ihr Weg zeigt, dass mit Leidenschaft, Durchhaltevermögen und einem starken Netzwerk selbst die größten Herausforderungen gemeistert werden können. 


Landschaft mit einem Feld auf dem grünes wächst, der Himmel ist blau mit Wolken, die ein Herz bilden.

Auf dem Rückweg nach Berlin sammelte ich all meine Eindrücke und das neu Gelernte. Der Besuch auf dem Levenhof war für mich eine echte Inspiration. Maria hat mir gezeigt, wie viel man mit Engagement und der richtigen Unterstützung erreichen kann. Ich freue mich darauf, ihre Fortschritte zu verfolgen und bin gespannt, wie sich ihr Hof entwickeln wird. Bestimmt werden wir uns in den nächsten Monaten wiedersehen, um die weiteren Entwicklungen aus nächster Nähe zu erleben.  







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