Winzerwochen: Wie kam der Wein zu uns?

Bio-Weine aus Deutschland, ihre Anbaugebiete und ihre Erzeuger erfahren während unserer Winzerwochen besondere Aufmerksamkeit. Wie aber gelangte der Wein überhaupt zu uns?


Archäologische Forschungen belegen, dass bereits vor 10.000 Jahren die Menschen im alten Mesopotamien wilden Wein kultivierten, um daraus das gleichnamige Getränk zu erzeugen. Damit gilt der Weinbau als eine der ältesten Landwirtschaften. Vom Nahen Osten aus gelangten die Reben und das Wissen um ihren Anbau und ihre Nutzung dann nach Südeuropa. Die Hochkulturen der alten Griechen und Römer etablierten schon bald eine richtige Weinkultur. Die zentrale Bedeutung des Weines in der antiken Gesellschaft spiegelt sich in der Verehrung des beliebten Weingottes Bacchus (griech. Dionysos) wider.

 

Dieser verantwortete, hoch oben im Olymp wie auch unter den Irdischen, neben dem Wein auch Wahnsinn, Rausch und Ekstase. In diesem Zusammenhang entwickelte sich ein regelrechter Bacchus-Kult, der in häufig freizügigen und feucht-fröhlichen "Feierlichkeiten" Ausdruck fand. Roms Politik duldete diese Jahrhunderte lang, irgendwann war das Glas aber dann doch zu voll: Der sogenannte Bacchanalienskandal bedeutete im Jahre 186 n.Chr. vorerst das Ende des Bacchus-Kultes.


Den Weingenuss wollten sich die alten Römer dennoch nicht verderben lassen, zu sehr schätzte man doch die liebgewonnenen Reben. Davon zeugt hierzulande die Tatsache, dass die Römischen Legionen vor etwa 2000 Jahren den Wein in die nördlich gelegenen, merklich kühleren Gebiete der Germanen und der Kelten "mitbrachten". Ein besonders raffinierter Römer muss dabei eines Tages auf die Idee gekommen sein, die Weinfässer nicht länger die Alpen hoch und runter zu rollen, sondern die Trauben vor Ort zu kultivieren. Eine der ältesten Sorten hierzulande ist dabei der Spätburgunder (Pinot noir), der im 2. Jahrhundert unserer Zeitrechnung vor allem im heutigen Anbaugebiet Baden heimisch wurde.


Im 8. Jahrhundert bedachte der Frankenkönig Karl der Große das mittlerweile gesellschaftlich etablierte Getränk mit richtigen "Weingesetzen", in denen Anbau und Verkauf von Wein erstmals reglementiert wurden. Die Herstellung war damals vor allem Aufgabe der Klöster. Im Verlauf des Mittelalters löste das Bier den Wein in Mittel- und Westeuropa als Getränk Nummer 1 ab, die Anbaufläche reduzierte sich etwas. Zur Zeit Napoleons jedoch gab es einen regelrechten Wein-Boom. Die französischen Besatzer brachten ihre nimmer endende Liebe zum Wein mit über den Rhein und es wurde im großen Stil Wein erzeugt, getrunken und auch exportiert, so zum Beispiel nach England und Russland. Spätestens seitdem genießen deutsche Weine weltweit einen hervorragenden Ruf. Umso schöner, wenn sie dann auch noch in nachhaltiger, ökologischer Winzerkunst hergestellt werden!

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