Samenfeste Möhren

Der Winter neigt sich dem Ende zu; unsere Bauern beginnen schon mit den ersten Frühjahrs-Aussaaten und in den Gewächshäusern sprießen schon Salate, Kräuter und Jungpflanzen die darauf warten, ins Freiland "umzuziehen". Aber noch können wir euch das ein oder andere aromatische Lagergemüse vom letzten Herbst in die Kisten packen - wenn auch immer seltener aus unserer Region. In der kommenden Woche werden wir zum Beispiel Möhren der Sorte Solvita vom Bioland-Hof Müller-Oelbke in der Nähe von Göttingen bekommen.

Solvita ist eine konisch geformte, samenfeste Möhre mit süßlich-aromatischem Geschmack, die sich durch eine gute Lagerfähigkeit auszeichnet. Von Müller-Oelbkes bekommen wir sie ungewaschen. Das Waschen der Möhren wirkt sich zum einen negativ auf ihre Lagerfähigkeit aus, zum anderen kann der Geschmack darunter leiden. Denn die kalte Dusche bedeutet Stress für die Möhre - und den mag sie nicht!

Für den Geschmack der Möhre sind verschiedene Zucker entscheidend. Während der Lagerung nimmt der Zuckergehalt sukzessive ab. Des Weiteren wird der Geschmack durch verschiedene Bitterstoffe beeinflusst (z. B. Terpene: bis zu 20 verschiedene sind für den Möhrengeschmack verantwortlich). Ein hoher Gehalt an Terpenen führt zu einem bitteren oder scharfen Nachgeschmack, denn die Terpene blockieren den süßen Geschmack auf der Zunge. Wenn der Zuckergehalt in gelagerten Möhren durch Stress  sinkt, dann tritt der Bittergeschmack hervor. Auch das Reifegas Ethylen, das z. B. im Lager durch Fäulnisstellen auftreten kann, kann die Möhre bitter werden lassen. Zudem nehmen Möhren andere Stoffe und aromatische Verbindungen auf wie ein Schwamm. Das Zusammenspiel der einzelnen Faktoren ist sehr komplex. Möhren sollten deshalb sowohl auf dem Feld, als auch im Lager und bei der Aufbereitung nur dem geringst möglichen Stress ausgesetzt werden.

Am besten lagert ihr eure Möhren mit ihrer schützenden "Haut" aus Erde möglichst kühl und nicht zu trocken.

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