Fastenzeit

Fastentradition
Am Aschermittwoch, knapp sieben Wochen vor dem Ostersonntag, beginnt der Zeitraum des Fastens und Betens zur Vorbereitung auf das christliche Hochfest Ostern. In der evangelischen Kirche wird sie Passionszeit genannt. Biblischer Hintergrund ist das 40-tägige Fasten Jesu in der Wüste. Auch die Sintflut soll 40 Tage gedauert haben. Im Mittelalter war in der Fastenzeit lediglich eine Mahlzeit am Tag gestattet; der Verzehr von Fleisch, Milchprodukten, Eiern und Alkohol war ganz untersagt. Auch Feste und Hochzeiten waren verboten, zudem wurde sexuelle Enthaltsamkeit gepredigt.

Um die Vorräte aufzubrauchen wurde in den Tagen vor der Fastenzeit Backwerk aus Milch, Eiern, Zucker und Schmalz hergestellt und man ließ es sich nochmal richtig gut gehen. Das gehaltvolle Gebäck mit Tradition hat heute viele Namen: Fastnachtsküchele, Pfannkuchen, Berliner, Krapfen, Kräppel - oder wie auch immer sie in den verschiedenen Regionen unseres Landes sonst heißen - werden in der Faschingszeit nach wie vor gern verspeist. Fasten tut dagegen kaum noch jemand. Dabei gibt es bei weitem nicht nur religiöse, sondern auch gesundheitliche, körperliche und mentale Gründe, mal eine Zeitlang auf Gewohntes zu verzichten.

Basen-Fasten
Das klassische Fasten in der heutigen Zeit dient in erster Linie der Entgiftung des Körpers. Dabei werden die entgiftenden Organe mit passenden Lebensmitteln dabei unterstützt, ihre Arbeit zu tun. Unsere "moderne" Ernährungsweise mit vielen tierischen Produkten, Industriezucker und Auszugsmehlen führt oft zu einer Übersäuerung des Körpers. Eine Fastenkur bringt den Säure-Basen-Haushalt des Körpers wieder ins Gleichgewicht. Schon nach kurzer Zeit fühlt man sich fitter und weniger abgeschlagen, Fasten soll sich zudem positiv auf Stress-Symptome, Hautbild, Schlafstörungen und Konzentrationsstörungen auswirken. Basenbildende Lebensmittel enthalten wenig bis keine Aminosäuren und viele Mineralstoffe und Spurenelemente wie Magnesium, Kalium, Calcium oder Eisen. Dazu gehören Beispiel Obst und fast alle Gemüsesorten sowie Kräuter, Mandeln, Walnüsse, Buchweizen, Dinkel und Sojaprodukte wie Tofu.

Den eigenen Alltag hinterfragen
Früh mit dem "Coffee to go" zur U-Bahn sprinten, Mittagessen vom Schnellimbiss, nach der Arbeit schnell noch im Supermarkt ein paar Besorgungen erledigen, im Fitnesstudio auf dem Laufband nebenbei das Smartphone checken und abends völlig erschöpft vor dem Fernseher auf dem Sofa einschlafen... In unserer schnellebigen Zeit fällt es uns oft schwer, zur Ruhe zu kommen, mal einen Gang runterzuschalten und auf uns selbst zu hören. Unausgeglichenheit, Schlafstörungen oder Konzentrationsstörungen sind oft die Folge.

Sich die eigenen eingefahrenen Gewohnheiten vor Augen zu führen und zu versuchen, eine Zeitlang auf das ein oder andere zu verzichten kann neue Horizonte eröffnen und dabei helfen, mehr Ruhe und mehr Achtsamkeit in unseren Alltag zu bringen. Dabei sind die Möglichkeiten des Verzichtsverhaltens schier unendlich, jeder muss für sich selbst definieren, welche Herausforderung neue Blickwinkel auf das eigene Verhalten eröffnen könnte. Wer permanent am Smartphone hängt könnte versuchen, das Gerät mal einige Wochen lang nur zum Telefonieren zu nutzen. Oder es am besten gleich ganz im Schrank liegen zu lassen. Der eine ersetzt Fertiggerichte durch konsequentes Selberkochen, die nächste verbannt Schokolade oder Kaffee vorübergehend aus dem Allta. Ein Buch zum Einschlafen ist doch eigentlich viel schöner als die Berieselung durch den Fernseher. Bus, Bahn oder Fahrrad können das Auto wunderbar ersetzen. "Plastikfasten" sollte man eigentlich sowieso das ganze Jahr und das sauer verdiente Gehalt ist beim kleinen Händler um die Ecke doch irgendwie auch viel besser aufgehoben als beim Discounter ... Lächelnd

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