Die Folgen der Dürre

Acker bei Rathenow im August 2018

Wärmer, trockener und sonnenscheinreicher als jemals zuvor - im Norden und Osten Deutschlands jagte 2018 ein Rekord den anderen. Seit Februar war jeder Monat zu trocken, seit April jeder Monat zu warm. In Sachsen-Anhalt purzelten sogar für alle drei Disziplinen die bis dato aufgezeichneten Rekorde.

Die Messstation Potsdam registrierte 96 Sommertage, an denen das Thermometer auf über 25°C kletterte. 33 davon waren heiße Tage mit mehr als 30°C. Zum Vergleich: 2017 gab es in Potsdam 42 Sommer- und 6 heiße Tage, 2016 wurden 67 Sommer- und 15 heiße Tage aufgezeichnet.

Noch mehr als die Hitze aber machte der Natur - und damit auch unseren Bauern - die extreme Trockenheit zu schaffen. In Potsdam fielen im gesamten Jahr 2018 gerade einmal 346 Liter Regen pro Quadratmeter, 60% weniger als im langjährigen Mittel. Im Land Brandenburg waren mehr als 1.600ha Wald von Bränden betroffen, Felder und Weiden verdorrten, die Schwarze Elster in der Lausitz trocknete an einigen Stellen komplett aus. Von den Pflanzen blieben nur diejenigen grün, die über sehr tiefe Wurzeln verfügen.

Kaum noch regionales Lagermüse verfügbar
Die durch den fehlenden Regen sowieso schon dramatische Situation für die Landwirtschaft wurde in Brandenburg noch durch die sandigen, humusarmen Böden verschärft. Die "Märkische Streusandbüchse" speichert kaum Wasser, wer nicht - oder zu wenig - beregnen konnte, hatte hohe Ernteeinbußen zu verzeichnen. Die Folgen machen sich jetzt noch bemerkbar: Es wird auch für uns immer schwieriger, eure Kisten mit Gemüse aus der Region zu bestücken. Derzeit haben wir zum letzten Mal samenfeste Möhren von Martin Hänsel, euren Weihnachts-Rotkohl mussten wir bereits aus anderen Bundesländern zukaufen und auch Schwarzwurzeln, Kohlrabi oder Grünkohl sind nicht mehr in ausreichender Menge regional erhältlich. In den nächsten Wochern werden bei weiteren Kulturen die Lagervorräte aufgebraucht sein. Wir hoffen, dass ihr uns und unseren Bauern in dieser schwierigen Situation die Treue haltet und mit ihnen gemeinsam auf ein gutes Landwirtschaftsjahr 2019 hofft!

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