Bio bleibt bunt!

Kürzlich erreichte uns eine Kundenanfrage bezüglich rechtsextremer Tendenzen bei unseren regionalen Partnern. Ob wir die ausschließen könnten...? Ja, das können wir!

Nichtsdestotrotz möchten wir die Mail unserer Kundin zum Anlass nehmen, ein paar Sätze zu formulieren zur Position der Biobranche gegenüber Landwirten, bei denen das Braun nicht auf dem Acker, sondern in den Köpfen steckt. Denn nationale, völkische Ansichten haben im ländlichen Raum leider nicht erst seit dem Erstarken der AfD in der jüngeren Vergangenheit Konjunktur. 

In aller Stille haben sich "Siedler"-Bewegungen wie Neo-Artamanen oder Anastasia vorzugsweise in dünn besiedelten, von Landflucht betroffenen Regionen festgesetzt. "Arbeit auf und mit dem deutschen Boden" gilt ihnen als Grundlage der Selbstverwirklichung. Statt Weihnachten wird in germanischer Tradition die Sonnenwende und statt der christlichen Hochzeit die "Eheleite" gefeiert. Dabei tarnen die "Siedler" sich als harmlose Aussteiger, die sich meist stark in der Dorfgemeinschaft engagieren - und eben oft auch Biolandwirtschaft betreiben. Frei nach dem Motto "Umweltschutz ist Heimatschutz".

Vor etwa zehn Jahren wurde die Biobranche auf die rechten Tendenzen im Ökolandbau aufmerksam. Als Folge positionierten sich Anbauverbände wie Bioland, Naturland und Demeter sowie der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) klar gegen Rechts und integrierten entsprechende Passagen in ihre Satzungen, um "braune Bios" ausschließen, bzw. ihnen die Zertifizierung verweigern, zu können. Denn die Tradition der Bio-Bewegung steht auch für bestimmte Werte: für ein faires Miteinander in absolut sozialer und kultureller Offenheit. Und wir können versichern: Alle unsere Zulieferer sehen das ganz genauso!

„Der Verein tritt rassistischen, verfassungs- und fremdenfeindlichen Bestrebungen und anderen diskriminierenden oder menschenverachtenden Verhaltensweisen entschieden entgegen. Der Verein tritt Bestrebungen entgegen, die die ökologische Lebensmittelwirtschaft mit extremistischem Gedankengut verbindet"
(Aus der Satzung des Demeter e.V., Paragraph 2, Absatz 3)

Ein äußerst spannendes und teils ziemlich verstörendes Sendungs-Manuskript zum Thema findet ihr im Archiv des Deutschlandfunk Kultur

 

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